Narrenzunft D´r Oberwindemer Spitzbue e. V.
Narrenzunft D´r Oberwindemer Spitzbue e. V.

Chronik

 

Narrenzunft d´r Oberwindemer Spitzbue e. V.

Gegr. 11.11.1954 im Gasthaus Sonne in Oberwinden

 

Die Vorgeschichte

 

Im Jahre 1948 wollten Paul Kanstinger und Josef Schätzle ein Freilichtspiel über die Geschichte des Hörnleberges, des Erzenwaldes und des "Schimmel" aufführen. Doch kurz vor der Uraufführung wurde das Vorhaben wieder verworfen, weil Paul Kanstinger aus beruflichen Gründen keine Zeit mehr dafür hatte.
Doch in Josef Schätzle ist durch die Proben und die Vorbereitungen eine neue Idee erwacht: Er wollte in Oberwinden die Fasnet organisieren und eine Narrenzunft gründen. Sein Freund Paul hatte er bald davon überzeugt, dass dies nur gelingen kann, wenn man den hässlichen und geschmacklosen Domino verbannt und eine Narrengestalt erfindet, die sich eng an das Brauchtum des Elztales anlehnt. Erwin Krumm, Kunstmaler aus Elzach, war ihnen dabei eine große Hilfe, er brachte die Vorschläge der beiden zu Papier. Es war allen klar, dass sich die neue Narrengestalt nichts vom Elzacher Schuttig auslehnen durfte. Nach und nach entstand eine listig dreinschauende und lustig anzuschauende Gestalt, mit Zipfelkappe, Tabakspfeife und Regenschirm. Die in den heimischen Bauernstuben angefertigten Strohschuhe, eine weite Fuhrmannsbluse und die praktische Überfallhose wurden schließlich ausgewählt und vom Schneidermeister Hermann Emler zu einem harmonischen Kostüm geschneidert. Der Name "Spitzbue" wurde vom Cego-Spiel ausgeliehen, wo mancher Spieler für eine gelungene Finte von seinen Mitspielern mit einem "Du Spitzbue" bedacht wurde. Es gab einen Volksauflauf in Oberwinden, als der erste "Spitzbue" im Schaufenster vom Schneidermeister Emler ausgestellt wurde. Der Spitzbue gefiel den Leuten, die farbenfrohe Gestalt fand Anklang und alle freuten sich über "unseren Spitzbue".

Fasnet gabs natürlich schon lange in Oberwinden, seit 1949 veranstaltete der Männerchor am Schmutzige Dunschdig einen Kappenabend in der Sonne. Paul Kanstinger und Josef Schätzle gestalteten mit lustigen Moritaten das Programm. Und auch die Musikkapelle war fasnächtlich tätig, am Fasnet-Samschdig organisierte sie einen Fackelumzug durchs Dorf mit anschließendem Unterhaltungsabend im Gasthaus Bahnhof. Es fehlte eigentlich nur noch der "Spitzbue".

 

Am Schmutzige Dunschdig 1954 war es dann soweit, die ersten drei Spitzbuebe stellten sich in der Sonne vor: Es waren dies Josef Schätzle, Adolf Dorer und Bernhard Herr. Alle waren begeistert vom Spitzbue und Josef Schätzle deutet den Sinn der harmlos lächelnden Holzlarve darin, dass durch den Spitzbue die lustigen Begebenheiten des ganzen Jahres gesammelt werden und an Fasnet in der Narrenzeitung und in Umzügen glossiert werden sollen.

 

(Auszug aus dem Protokollbuch) In der Gründungsversammlung der Narrenzunft am 11.11.1954 begann der zweite Abschnitt der Geschichte der Narrenzunft Oberwinden. Der Weg war nicht leicht, das Hauptverdienst gebührt dem "Ranzen-Sepp" wie Josef Schätzle liebevoll gerufen wurde. Ihm, dem Schriener-Paul und all ihren Helfern half der Idealismus über Schwierigkeiten, Kosten und manchmal auch Spott hinweg, und wenn das so bleibt, dann wird der neugeborene Spitzbue ein langes Leben haben.

Erste Seite im Narrenbuch Orginalgemälde von Erwin Krumm, Elzach

Gründung und ersten Schritte der Oberwindemer Narrenzunft

Am 11.11.1954 um 11:11. Uhr wurde im Gasthaus Sonne die erste Narrenversammlung abgehalten. Der Wunsch der rund 50 Anwesenden war, hier in unserem Dorf die bisher wild geführte Fasnet zu organisieren und ihr einen Rahmen zu geben. Zum ersten Zunftmeister wurde Josef Schätzle gewählt, sein Stellvertreter und Zeremonienmeister wurde Paul Kanstinger, Zunftsudler wurde Hugo Fakler und Säckelmeister Hermann Emler. Beisitzer und somit Elferräte wurden Adolf Dorer, August Herr, August Gehring, Leonhard Trenkle, Alois Tränkle, Arthur Volk und Josef Reich. Sie alle wurden für 4 Jahre gewählt und es wurde festgelegt, dass nur in dringenden Fällen und nur nach Abstimmung des gesamten Elferrates aus dem Rat ausgeschieden werden konnte.

Der Zunftmeister erklärte noch einmal die Gestalt und das Kostüm des Spitzbue und schloß dann die Versammlung mit dem Spruch:

 

Ritsch-am-bo, Ritsch-am-bo,
de Spitzbue isch jetz do.
Un wer nit on de Fasnet spinnt,
Sich s´gonz Johr nit recht benimmt.

 

 

Dann wurde der Fasnet-Ablauf festgelegt:
Fasnet-Samschdig: Fackelumzug mit Schlüsselübernahme
Fasnet-Sundig: Großer Umzug mit Wagen- und Fußgruppen
Fasnet-Mendig: Zunftkappenabend mit Spitzbuebe-Subbe-Esse
Fasnet-Zischdig: Trauerzug und Verbrennung des Spitzbue

 

Beim ersten von der Narrenzunft organisierten Umzug, Fackelumzug am Fasnet-Samschdig 1955, beteiligten sich der Elferrat, 27 Spitzbuebe und die Musikkapelle, die bis heute die Spitzbuebe zu jedem Umzug begleitet.
Beim ersten Fasnet-Sundig Umzug waren neben den Spitzbuebe, die Musikkapelle Oberwinden, der Musikverein Katzenmoos, der hiesige Sportverein und drei Zünfte aus Freiburg dabei.
Großes Lob und viel Applaus ernteten die Spitzbuebe am Fasnet-Mendig 1955 beim großen Rosenmontagsumzug in Freiburg. Am selben Abend beim Kappenabend in der Sonne las Paul Kanstinger Moritaten aus der erstmals erschienenen Fasnet-Zitung "D´r Spitzbue" vor.
Mit viel Geschickt und dichterischem Können hatte Paul lustige Begebenheiten vom ganzen Jahr gesammelt und in Reim gesetzt.

 

Am Aschermittwoch konnten die Elferräte und ganz besonders de Ranze-Sepp mit Stolz und Zufriedenheit auf eine gelungene Fasnet in Oberwinden zurückblicken. Der Spitzbue wurde von der Bevölkerung angenommen und die Vereine beteiligten sich am Fasnet-Geschehen, alle waren sich bewusst, dass nur der gemeinsame Weg, der richtige ist und so entwickelte sich in den folgenden Jahren die Narrenzunft zum größten Verein in der Gemeinde mit heute ca. 500 Mitgliedern.

Zeichen von Erwin Krumm aus dem Jahr 1954

Josef Schätzle - De Ranze Sepp

 

Zunftmeister und Oberzunftmeister der

Spitzbuebe von 1954 bis 1972

 

in seiner Zeit wurde 1965 der

Spitzbuebe-Brunne aufgestellt.

 

1971 wurde er zum ersten Narrenvogt

im VON gewählt.

 

am 11.11.1972 wurde er der erste

Ehrenoberzunftmeister der Spitzbuebe

 

1974 Ehrenmitglied des Verbandes

Oberrheinischer Narrenzünfte.

 

Kurz vor dem 30. Geburtstag der Spitzbuebe verstarb der Gründer und Vater der Spitzbuebe Josef Schätzle im Alter von 68 Jahren

Paul Kanstinger - De Schriener Paul

 

Ein Urnarr und ein echter Spitzbue

vom Scheitel bis zur Sohle

 

Mitbegründer der Spitzbuebe

 

Zeremonienmeister 1954 bis 1978

 

Redakteur der Narrenzeitung D'r Spitzbue

 

1978 Ehrenzunftmeister der Spitzbuebe

 

1974 bis 1986 Narrenvogt der

Vogtei Nördl. Breisgau/Elztal, "der Edelvogtei"

 

1986 Ehrenmitglied des VON

Die Entwicklung - es geht bergauf

 

Die wohl größte Stärke der Spitzbuebe war und ist die Kontinuität in der Zunftführung. Der erste Elferrat beschloss schon, die Wahlperiode für die Elferräte auf 4 Jahre festzulegen.

Josef Schätzle führte die Zunft 18 Jahre lang und gab dann das Amt in die Hände von Leo Schultis, der wiederum bis 1984, 12 Jahre, die Geschicke der Zunft mit viel Idealismus und Herzblut leitete.

Martin Krieg übernahm 1984 die Zunftführung und war 34 Jahre lang der „Chef“ der Spitzbuebe.

 

Josef Schätzle und besonders auch Paul Kanstinger verstanden es glänzend, den Spitzbue in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, die Zunft hatte Zulauf und wuchs in den ersten Jahren schnell an.

 

Zum 10 jährigen Jubiläum erfüllten sich die Zunftoberen einen großen Wunsch; sie beschlossen auf dem Dorfplatz den Spitzbuebe-Brunne aufzustellen. Natürlich aus Holz, passend zum Erscheinungsbild des Spitzbue. VON-Präsident Hermann Meßmer weihte den von Holzbildhauermeister Tränkle geschaffenen Brunnen unter Mitwirkung der Elztäler Narrenzünfte, auch der Schuttig aus Elzach am Fasnet-Mendig 1965 ein. Bei der anschließenden Feierlichkeit in der Festhalle wurde auch der neue Spitzbuebe-Marsch erstmals gespielt. Erwin Kammerer und Alfred Lienemann von der Musikkapelle Oberwinden haben die Melodie komponiert und Elfriede und Gerhard Mosmann einen passenden Text dazu gedichtet.

 

Unter der Regie von Paul Kanstinger wurde am Schmutzige Dunschdig 1968 der erste Zunftabend veranstaltet.
Nur gemeinsam sind wir stark, erkannten Josef Schätzle und sein Narrenrat und gründeten mit den Zünften aus Niederwinden, Bleibach und Reichenbach einen Freundschaftsring. Man besuchte sich jährlich gegenseitig und schloss viele Freundschaften. Mit den örtlichen Vereinen und allen Bürgern wurden jedes Jahr außer der Jahreshauptversammlung weitere Narrenversammlungen abgehalten, um den Ablauf und das Programm der Fasnet gemeinsam zu planen und abzusprechen. Dies war Garantie für große Umzüge mit vielen Wagen- und Fußgruppen.
Am Fasnet-Samstag 1970 im Anschluss an den Fackelumzug wurde von Fürst Erich erstmals ein Feuerwerk abgeschossen. Staunend standen die Spitzbuebe und die ganze Bevölkerung auf den Straßen und bewunderten das farbeprächtige Spektakel am Himmel. Es war ein Riesenerfolg, der Fürst Erich ermunterte seit damals jedes Jahr zur Fasneteröffnung sein Feuerwerk abzuschießen. Der Narrenrat würdigte das Engagement von Fürst Erich mit der Ernennung zum "Elferrat Ehrenhalber".

 

Nach 18 Jahren an der Spitze übergab Josef Schätzle am 11.11.1972 die Zunft an Leo Schultis und wurde von den Spitzbuebe zum Ehrenoberzunftmeister ernannt.

Unter der Regie von Leo Schultis wurde die Zunft moderner. Die Strassen wurden mit Wimpel- und Lichterketten geschmückt, die Festhalle wurde für den Zunftabend närrisch dekoriert und mit einer Lautsprecheranlage ausgerüstet. Und es gelang ihm, die Elzacher Schuttig zum 20. Geburtstag der Spitzbuebe am 03.02.1974 aus ihrem Städtle zu locken. Einige Hundert Schuttig führten das erste große Narrentreffen in Oberwinden an. Über 12000 Zuschauer bestaunten das närrische Spektakel an der Umzugsstrecke.
Trotz vieler Arbeit hat das Narrentreffen den Spitzbuebe Spaß und Freude gemacht und so wurde auch das 25. Jährige Zunftjubiläum mit einem Narrentreffen gebührend gefeiert.
Der 30. Geburtstag der Spitzbuebe sollte der Höhepunkt in der Amtszeit von Leo Schultis werden. Das Vogteitreffen der Vogtei Nördl. Breisgau/Elztal wurde geplant und auch mit großer Bravour durchgeführt. 23 Zünfte mit ihren Musikkapellen begeisterten die annähernd 20000 Zuschauer in Oberwinden. Leo Schultis konnte zufrieden die Geschicke der Narrenzunft in jüngere Hände übergeben. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenoberzunftmeister ernannt und mit der Ehrennadel des Landes Baden-Würtemberg ausgezeichnet. Auch seine Ehefrau Emilie wurde von den Spitzbuebe für ihre Unterstützung, meist im Hindergrund, zum Ehrenmitglied ernannt.

Leo Schultis

 

Ein kompromissloser Streiter für das heimische

Fasnetbrauchtum.

 

von 1972 bis 1984 Zunftmeister und Oberzunftmeister

 

1984 zum Ehrenoberzunftmeister ernannt

 

1986 bis 1990 Narrenvogt

D'r Spitzbue und der VON

 

Beim Herbstkonvent 1955 in Kenzingen stellten sich die Spitzbuebe dem Präsidium des Verbandes vor. Mit einem Jahr Bewährung wurde die Narrenzunft in den Verband aufgenommen. Der Beschluss über die entgültige Aufnahme wurde 1956 bei Konvent des VON in Lenzkirch gefasst und beim Narrentag

am 10. Februar 1957 in Kirchzarten war es dann soweit, die Spitzbuebe wurden Mitglied im Verband Oberrheinischer Narrenzünfte.

Die Schelmenzunft Staufen und die Narrenzunft Endingen hatten die Patenschaft übernommen. Schon ein Jahr später am 08. + 09.11.1958 fand der Herbstkonvent in Oberwinden statt. Am Samstagabend veranstaltete die NZ Oberwinden unter Mitwirkung des Kirchenchores, der Musikkapelle und des Männerchores einen Heimatabend. Der Konvent wurde am Sonntagmorgen im Nebenzimmer des Zunftlokales Sonne abgehalten. Eine Busfahrt und Wanderung zum Rohrhardsberg rundete das Programm ab.
Als 1971 beschlossen wurde, den Verband in Vogteien aufzuteilen, wurde Josef Schätzle zum ersten Narrenvogt der Vogtei Nördl. Breisgau/Elztal gewählt. Bis 1974 übte er diese Amt aus und übergab dann die Vogtei an seinen Stellvertreter Paul Kanstinger. Voll Stolz sprach Paul immer von seiner "Edelvogtei". Auch der 3. Vogteichef kam aus Oberwinden. Leo Schultis übernahm die Vogtei 1986 und stand dieser bis 1990 vor.
Ein denkwürdiger Konvent war aus Verbandssicht sicherlich 1986 in
Oberwinden. Der Austritt aus dem BDK wurde beschlossen und nach hitzigen und leidenschaftlich geführten Wortgefechten auch vollzogen. Der dritte Konvent, der in Oberwinden stattfand war 1991 nach dem ausgefallenem Narrentag in Lörrach. Die Spitzbuebe, allen voran EOZM Leo Schultis, waren Initiator für die Schaffung des Sonderfonds des Verbandes und stellten auch den gesamten Erlös der Versammlung der NZ Lörrach zur Verfügung.

Beim Herbstkonvent 2016 in Wehr wurde Theo Schindler als Beirat, zuständig für Brauchtum, in den Vorstand des VON gewählt. 2019 wurde Theo Schindler Vizenarrenmeister.

Fürst Erich - Freund und Gönner der Spitzbuebe

 

Es muss eine "göttliche" Fügung gewesen sein, die Fürst Erich 1964 nach Oberwinden führte. Er fühlte sich von Anfang an Wohl bei den Oberwindemer und er war schon 1965 beim Fasnet-Sundig-Umzug auf dem Wagen vom Ochsen-Stammtisch aktiv bei der Fasnet.

1970 hatte er dann die Idee, mit einem Feuerwerk nach dem Fackelumzug die

Attraktivität der Oberwindemer Fasnet zu steigern. Dies ist ihm gelungen.

Die vielen Zuschauer, Närrinnen und Narren schauten staunend zum Himmel, der in vielen Farben über Oberwinden funkelte.

 

Es war ein großer Erfolg und für Fürst Erich war klar: dies wird ein fester Bestandteil der Oberwindemer Fasnet.

 

Aber nicht nur mit dem Feuerwerk beteiligt er sich an der Fasnet. Der Kindernachmittag war sein besonderes Anliegen. Mit kleinen Geschenken und mit einem Fasnet-Wecken verstand er es viele Jahren lang, die Kinder für unsere Fasnet zu begeistern.
1989 wurde dann auf seine Anregung hin auch der erste närrische Senioren-Nachmittag veranstaltet. Für ihn war und ist klar, dass an Fasnet nicht nur die große Show abgezogen werden darf, sondern dass wir alle auch mit den Kindern und den Alten unsere Fasnet-Tradition erhalten und pflegen müssen.
Für seine großen Verdienste wurde Fürst Erich zum Ehrennarrenrat ernannt, er wurde mit dem Goldene Spitzbue ausgezeichnet und zum Dank für sein 30. Feuerwerk erhielt er den Ehrenring der Narrenzunft d´r Spitzbue.

Im März 2015 verstarb Ehrennarrenrat Fürst Erich nach schwerer Krankheit im Krankenhaus in Bad Mergentheim.

Windens Bürgermeister Clemens ermöglichte ihm seinen letzten Wunsch: Er fand in Oberwinden auf dem Friedhof seine letzte Ruhestätte.

Die Ära Martin Krieg

 

Seit dem 11.11.1984 bemühte sich Martin Krieg und sein Narrenrat die Gedanken der Gründer in der Zunft wach zu halten, die Tradition der heimischen Fasnet zu pflegen ohne die Augen vor der Weiterentwicklung zu verschließen. Die Begeisterung der Jugend für das Brauchtum, für die richtige Fasnet liegt ihm dabei besonders am Herzen.

Die Fasnet muss im eigenen Dorf stattfinden, nur sehr wenig reisen die Spitzbuebe. Der so genannte Fasnet-Tourismus findet in und mit Oberwinden nicht statt. Martin Krieg steht für urige und traditionelle Fasnet im eigenen Dorf, in der eigenen Gemeinde. So wollten es die Gründer der Zunft und so soll es bleiben.

Durch das Fürst-Erich-Feuerwerk und durch die Stroße-Fasnet ist besonders der Fasnet-Samschdig zu einem Höhepunkt der Elztäler Fasnet geworden. Tausende von Närrinnen und Narren tummeln sich alljährlich in dem kleinen Spitzbuebe-Dorf um ausgelassen zu feiern.

 

So auch 1994, da feierten die Spitzbuebe in gewohnt schöner und besonders närrischer Manier ihren 40. Geburtstag. Nicht mit einem Narrentreffen vor der Fasnet, sondern mit einem Narrenfest an der Fasnet selbst. Gäste waren die Zünfte aus dem Elztal.

Das 50. Zunftjubiläum 2004

 

Der Höhepunkt in der Geschichte der Spitzbuebezunft war das Jubiläum zum 50. Geburtstag der Narrenzunft. Zwei Jahre planten die Narrenräte mit vielen Helfern an dem Narrenfest. Besonders Bürgermeister Clemens Bieniger war mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine große Hilfe. Bereits am 05.01.2004 ging's los mit einer Bierpräsentation. Zusammen mit den Schonacher Geißemeckerer, die ebenso ihren 50. Geburtstag feierten, wurde von der Privatbrauerei Ketterer aus Hornberg ein Bier mit Sonderetikett vorgestellt, an allen Ständen und Bars wurde das Fasnetfläschle verkauft, 55000 mal. Vier Tage dauerten die Jubiläums-Feierlichkeiten und über 35.000 Besucher kamen nach Schätzungen der Polizei zu den drei Umzügen nach Oberwinden. Nach einem ansprechenden und abwechslungsreichen Festbankett, an dem die Gründer, die ersten Narren und viele verdiente Mitglieder und Spitzbuebe geehrt und zu Ehrennarren ernannt wurden, folgte am Samstag ein großartiger Fackelumzug mit vielen befreundeten Narrenzünften mit ihren Musikkapellen. Ca. 20.000 Zuschauer kamen am Sonntag zum Vogteitreffen der Vogtei Nördl. Breisgau/Elztal. 19 Narrenzünfte mit 20 Musikkapellen, Fanfarenzügen und Guggemusiken zogen durch das Dorf. Es war für alle Närrinnen und Narren ein einmaliges Erlebnis. Das schöne Wetter begünstigte an allen Tagen richtige Stroßefasnet, es wurde in über 30 Gaststätten, Buden, Bars und Verpflegungsständen getanzt und geschunkelt. In Oberwinden herrschte Fasnet pur.

Zum Abschluß der Jubiläumsveranstaltungen setzte Fürst Erich die Narren mit einem grandiosen Feuerwerk am Fasnet-Samstag in Erstaunen. Es war der Höhepunkt eines Narrenfestes, über das die Spitzbuebe und die vielen Besucher noch lange begeistert reden werden.

 

Die Narrenzunft im neuen Jahrtausend

 

Die Narrenräte ruhten sich nicht aus. Seit vielen Jahren bemühten sie sich um eine geeignete Unterkunft für die vielen Zunftgegenstände, wie der Strohschuhwaagen, das zunfteigene Zelt, sowie für die Lichterketten, Fahnen und Zunftabendkulissen. Verstreut im ganzen Dorf sind all diese Utensilien verteilt. In Scheunen, im alten Kindergarten und in der Schule. Vieles kann nicht aufgehoben werden, weil einfach der Platz fehlt. Im Jahre 2007 wurden nun ein geeignetes Grundstück am Bahnhofplatz in Oberwinden gefunden. Die Gemeinde überließ dieses Grundstück der Narrenzunft und dem Historikverein Oberwinden für den Bau einer vereinseigenen Lagerhalle. Anfang Mai war 2008 war gemeinsamer Spatenstich und Baubeginn. Viele ehrenamtliche Helfer und einheimische Firmen und Handwerker unterstützten die beiden Vereine und so konnte bereits im Oktober die Fertigstellung der Halle gefeiert werden. Ein Jahr später war auch der Innenausbau fertig und die Spitzbuebe zogen mit einem Fest in ihren neuen Narrenschopf ein.

 

Im Jahr 2009 stand das 40. Fürst Erich-Feuerwerk auf dem Programm. Mit einem Empfang im Rathaus wurde unser Ehrennarrenrat Fürst Erich von Bürgermeister Clemens Bieniger, von der Narrenzunft und von der ganzen Gemeinde geehrt und seine Verdienste gewürdigt. Die örtlichen Vereine und die eingeladenen Zünfte gratulierten unserem Ehrennarrenrat und dankten ihm herzlich für die jahrzehntelange Treue zu Oberwinden, zur Fasnet und zu den Vereinen. Fürst Erich dankte für die Gratulationen auf seine Weise, mit einem grandiosen Feuerwerk nach dem Fackelumzug am Fasnet-Samstag.

 

2014 wird der Spitzbue 60 Jahre alt, er hopst wie eh und je an der Fasnet durch Oberwinden. Martin Krieg als Zunftmeister und sein Narrenrat, mit einigen jungen und sehr engagierten Spitzbuebe erweitert, sorgten wieder dafür, daß dieses Geburtstagsfest für alle Närrinnen und Narren zu einem Fasneterlebnis wurde. Am 15.+16. Februar 2014 wurde gefeiert. Mit Narrenzünften aus dem Elztal und aus der Region, mit viel Narrenmusik, mit Stimmung und Freude für alle, die Fasnet machen und erleben wollten.

 

Die nächste Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten - der Spitzbuebe-Brunne am Fürst-Erich-Platz musste ersetzt werden. Umwelteinflüsse, Sonne, Regen und Frost machten dem Holz immer mehr zu schaffen. In immer kürzeren Abständen mussten Trog und Brunnenstock ersetzt werden. Das sollte sich ändern, beschloss der Narrenrat. Man schrieb einen Wettbewerb unter den ortsansässigen Steinbildhauern aus, ein neuer Brunnen aus Stein kombiniert mit Holz sollte entstehen.

Jürgen Kammerer und seine Frau Frauke Witzel gewannen diesen Wettbewerb und erhielten den Auftrag einen neuen Narrenbrunnen zu schaffen.

 

Großzügige Spenden von den einheimischen Firmen und Handwerksbetrieben sowie der Verkauf eines Brunnentalers ermöglichten diese Investition und mit einem kleinen aber feinen Brunnenfest wurde der neue Spitzbuebe-Brunne im Sommer 2015 eingeweiht und der Bevölkerung übergeben.

 

Nach dem Tod von Ehrennarrenrat Fürst Erich 2015, beschloß der Narrenrat einstimmig zu seinen Ehren und zu seinem Gedächtnis „sein“ Feuerwerk nach dem Fackelumzug am Fasnet-Samstag weiterhin als Fürst-Erich-Feuerwerk abzuschießen. Es wurde auch beschlossen mit der Firma Ströbel aus Bad Windsheim weiter zusammen zu arbeiten.

 

In den folgenden Jahren legte der Narrenrat viel Wert auf die Weiterentwicklung der Narrenzunft und auf die Nachhaltigkeit und Erhaltung des Fasnetbrauchtums. Man erkannte, daß man neue Wege gehen muß, um die Kinder und Jugendlichen und natürlich auch Neubürger für die Spitzbuebe begeistern muß. Es wurden Spitzbuebe-Häs gesammelt und neue Häs, Larven und Schirme angeschafft, welche verliehen werden. Eine Idee, die großen Anklang fand, schon im zweiten und dritten Jahr gab es einen zunfteigenen Fundus von über 20 Spitzbuebe-Häs, welche über die Narrentreffen und die Fasnet gegen eine kleine Gebühr ausgeliehen werden können. Die Schiebeschläger wurden „zünftig“ eingekleidet und mit einer Standarte ausgerüstet, sie sind jetzt ein Bestandteil der Umzüge.

 

Der Zunftabend am Fasnet-Fridig entwickelte sich immer mehr zur närrischen Show mit viel Abwechslung, mit einer großen Vielfalt an Darstellern, die es glänzend verstehen, das Publikum närrisch zu unterhalten.

Zeremonienmeister Mirko Fakler und sein Orga-Team verstehen es hervorragend talentierte Närrinnen und Narren auf die Bühne zu bringen. Die Ton- und Lichttechnik wurde weiterentwickelt und ausgebaut.

Der Narrenrat im Jubiläumsjahr 2004: Bernd Schindler, Thomas Dekrell, Andreas Schnell, Ralph Dilberger, Marc Krieg, Bruno Gehring Bernhard Murst, Herbert Bohusch, Fürst Erich, Martin Krieg, Herbert Friedhoff, Georg Fischer, Roland Raufer Theo Schindler, R
Schopfbau 2008
Der neue Narrenbrunnen 2015

Martin Krieg

 

"Das Alte erhalten und sich öffnen für Neues"

 

Spitzbue & Standartenträger 

1978 Narrenrat

1987 - 1982 Säckelmeister

1982 - 1984 Zeremonienmeister

1984 - 2018 Zunftmeister

Ehrenzunftmeister

 

Organisator von Großen Narrentreffen

 

„Bauherr vom Narrenschopf“

Zunftmeister Martin Krieg & Narrenschopf

2018 - Die NachKRIEGszeit beginnt

 

Am 11.11.2018 endet die Amtszeit von Zunftmeister Martin Krieg.

Nach 34 Jahren an der Spitze der Narrenzunft übergab er das Zepter an seinen einstimmig gewählten Nachfolger Chris Burger.

 

Der neue Zunftmeister Chris Burger und sein Narrenrat hatten gleich an der ersten Fasnet in der „NachKriegszeit“ eine große Aufgabe zu bewältigen: Das 50. Fürst-Erich-Feuerwerk am Fasnet-Samstag musste gebührend in Szene gesetzt und dementsprechend gefeiert werden. Es sollte ein unvergessenes Erlebnis für Oberwinden, das Elztal und die ganze Fasnetlandschaft werden. Zur Finanzierung des Feuerwerkes wurden Anteilscheine verkauft, jeder konnte sich beteiligen und die Unterstützung hat die Erwartung übertroffen: Es wurde ein Feuerwerk, wie es in unserer Region noch nie stattgefunden hat. Rakete nach Rakete erleuchtete den Himmel über dem Spitzbuebedorf, ein Erlebnis für mehrere Tausend Zuschauer und Narren.

 

Dann kam die Fasnet 2021. Es konnten keine Veranstaltungen, keine Umzüge, kein Zunftabend und keine Kinderfasnet durchgeführt werden – die Corona-Pandemie beherrschte und lähmte die Welt.

 

Doch die Spitzbuebe wurden kreativ. Eine digitale Fasnet wurde geplant, ein Sonderabzeichen wurde entworfen und die Spitzbuebe-Zitung wurde gestaltet und sehr erfolgreich verkauft. Der erste und hoffentlich auch einzige digitale Zunftabend wurde zu einem großartigen Erfolg, über 4000 Klicks auf den Youtube-Kanal der NZ wurden vermeldet. Die Schlüsselübergabe mit dem Bürgermeister, der Fackelumzug und Jubiläumsumzug von früheren Jubiläen wurden gezeigt, Nudelsuppe-Esse mit närrischen Beilagen und die Fasnet-Verbrennung wurden übertragen und hinterm Gasthaus Ochsen aufs Kappsägers-Matte wurde das 52. Fürst-Erich-Feuerwerk abgeschossen.

Aus Nah und Fern wurde die Narrenzunft für „ihre“ Corona-Fasnet gelobt.

Martin Krieg übergibt das Zepter nach 34 Jahren an Chris Burger

Wichtige Daten der Narrenzunft D’r Oberwindemer Spitzbue e. V.

 

11.11.1954 

Gründung der NZ im Gasthaus Sonne in Oberwinden

Josef Schätzle wird 1. Zunftmeister (1954 – 1972)

 

1956                      

Der Spitzbuebe-Tanz wird zum ersten Male aufgeführt

Die Zunftstandarte wird von Erwin Krumm  & Josef Tränkle aus Elzach geschaffen
 

1957                      

D’r Spitzbue wird beim Konvent in Kirchzarten Mitglied im VON

Patenzünfte sind Staufen und Endingen

 

1958

Der Strohschuhwagen wird gebaut

14. Herbstkonvent des VON in Oberwinden

 

1965                      
Der Spitzbuebe-Brunne wird am Krämerplatz aufgestellt

 

1970                    

Das 1. Fürst-Erich-Feuerwerk wird abgeschossen

 

11.11.1972          

Leo Schultis wird Nachfolger von Josef Schätzle und 2. Zunftmeister (1972 – 1984)

 

1974                      

20. Geburtstag der Spitzbuebe mit Teilnahme der Narrenzunft Elzach

 

1984                      

30. Geburtstag, Vogteitreffen in Oberwinden

 

11.11.1984          

Martin Krieg wird 3. Zunftmeister (1984 – 2018)

 

1986                      

42. Herbstkonvent des VON in Oberwinden

 

1991  

Absage der Fasnet wegen Golfkrieg

Sonderkonvent in Oberwinden

 

1999                      

30. Fürst-Erich-Feuerwerk

Der Krämerplatz heißt jetzt „Fürst-Erich-Platz“

 

2004                      

50. Jubiläum, Vogteitreffen

 

2008                      

Neubau eines Narrenschopfes am Bahnhofsplatz

 

2015                  

der neue Spitzbuebe-Brunnen aus Stein wird am Fürst-Erich-Platz aufgestellt

 

2016

Theo Schindler wird in den Vorstand des VON gewählt

 

2018

Chris Burger wird an der JHV zum neuen Zunftmeister gewählt

 

2019                      

Das 50. Fürst-Erich-Feuerwerk wird in den Himmel geschossen

Theo Schindler wird beim Konvent in FR zum Vize-Narrenmeister gewählt

 

2021                      
Digitale Fasnet wegen der Corona-Pandemie

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